Körperliche Symptome bei Trauer – was ist normal?
Wenn der Körper mittrauert
Trauer verbinden wir meist zuerst mit Gefühlen wie Traurigkeit, Sehnsucht, Wut oder Leere. Doch Trauer geschieht nicht nur in unseren Gedanken und Gefühlen.
Auch unser Körper trauert mit.
Vielleicht schlafen Sie schlechter, fühlen sich ungewöhnlich erschöpft oder merken, dass Ihre Konzentration nachlässt? Vielleicht sind Sie innerlich unruhig, angespannt oder haben das Gefühl, dass selbst alltägliche Dinge plötzlich viel mehr Kraft brauchen?
Solche Reaktionen können verunsichern. Doch sie können eine normale körperliche Reaktion auf einen tiefgreifenden Verlust sein.
Mit dem Tod eines nahestehenden Menschen verändert sich etwas Grundlegendes. Ein vertrauter Mensch fehlt, gewohnte Sicherheiten brechen weg und Körper und Nervensystem müssen sich auf eine neue Wirklichkeit einstellen. Das bedeutet Stress.
Auch körperlich.
Der Organismus kann mit erhöhter Anspannung reagieren, der Schlaf kann sich verändern und starke Gefühle, Erinnerungen und kreisende Gedanken benötigen viel Energie. Müdigkeit, Erschöpfung, Vergesslichkeit oder Konzentrationsprobleme können deshalb zur Trauer dazugehören.
Ihr Körper macht also nicht etwas „falsch“.
Er reagiert auf etwas Außergewöhnliches.
Trauer betrifft den ganzen Menschen. Und manchmal erzählt der Körper auf seine Weise davon, wie viel gerade verarbeitet und getragen werden muss.
Wenn Sie sich auf diesem Weg Unterstützung wünschen, kann eine Trauerbegleitung Halt geben. Ein geschützter Raum, in dem alles seinen Platz haben darf: Tränen, Erinnerungen, Fragen, Stille und irgendwann vielleicht auch wieder Zuversicht.
